Lastenradmietsystem
Lastenräder tragen wirksam zur Verringerung von Autoverkehr und damit zu einer klimafreundlichen Mobilität bei. Auch wenn immer mehr Fahrradmietsysteme um Lastenräder ergänzt werden, so ist die Anzahl von Lastenrad-Mietsystemen (LMS) insgesamt als gering einzustufen. Demnach fehlt es in vielen Kommunen insbesondere im ländlichen und kleinstädtischen Raum an Erfahrungen mit der Umsetzung eines solchen Systems.
Mit dem Modellprojekt „Lastenrad mieten, Kommunen entlasten – Aufbau eines Lastenrad-Mietsystems in Kommunen“ unterstützte und förderte das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr (StMB) zwischen 2020 – 2023 sieben bayerische Kommunen bei der Einführung eines LMS sowie eine Kommune bei der Entwicklung einer gemeinsamen Open-Source-Buchungsplattform für LMS. Das Ziel des Projekts bestand darin, die verkehrliche Wirkung von LMS sowie die Übertragbarkeit auf andere Kommunen zu untersuchen.
Zentrale Fragestellungen waren:
- Von wem wurden die Lastenräder genutzt?
- Wie viele Autofahrten wurden durch die Lastenradnutzung ersetzt?
- Wie bewerteten die Projektbeteiligten die Übertragbarkeit der Ergebnisse und ihre Erfahrungen auf andere Kommunen?
- Was sind ihre Empfehlungen?
Im Ergebnis wurden in den sieben Modellkommunen voll automatische, öffentliche und rund und um die Uhr zugängliche LMS während der Projektlaufzeit erfolgreich eingeführt. Insgesamt wurden 55 Mietstationen inklusive Ladetechnik, 133 motorisierte Lastenräder inklusive Smartlocks und 13 Stationsüberdachungen vom Freistaat gefördert.
Die wichtigsten Projektergebnisse sind:
- Öffentliche, rund um die Uhr verfügbare LMS tragen wirksam zum Klimaschutz bei.
- Die Anzahl der Anmietungen ist auch in ländlichen Kommunen hoch.
- In ländlichen Kommunen ist die Einführung eines öffentlichen LMS meist nur im Eigenbetrieb möglich.
- Laut der Projektbeteiligten sind viele Ergebnisse auf andere Kommunen übertragbar.
In fast allen Modellkommunen werden die Lastenradmietsysteme in modifizierter Form weiterbetrieben (Stand 2026: Passau, Würzburg, Freising, Lindau, Lechbruck am See und Cadolzburg).
Die detaillierten Projektergebnisse können dem Abschlussbericht und dem Evaluationsbericht entnommen werden.
